Smart heizen im Winter und Energie sparen
In fünf Schritten zum optimalen Heizplan
Die Heizkosten steigen, aber Sie heizen trotzdem den ganzen Tag? Mit der richtigen Einstellung des Zeitprogramms Ihrer Heizung sparen Sie wertvolle Energie, ganz ohne zu frieren. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Heizung optimal steuern.
Kennen Sie das? Sie kommen nach einem langen Arbeitstag nach Hause und müssen erst einmal eine Stunde warten, bis die Wohnung warm wird. Oder das Gegenteil: Die Heizung läuft den ganzen Tag auf Hochtouren, obwohl niemand zu Hause ist. Das eine ist unbequem, das andere teuer – und beides lässt sich mit einem cleveren Heizplan vermeiden.
Die gute Nachricht: Sie brauchen dafür kein technisches Studium und auch keinen Elektriker. Moderne Heizkörperthermostate tauschen Sie fast so schnell wie eine Glühlampe. Das Wichtigste ist, dass Sie sich einmal Gedanken über Ihr Heizverhalten machen. Der Rest erledigt sich fast von alleine.
Warum die richtige Einstellung des Zeitprogramms Ihrer Heizung Gold wert ist
Ein intelligenter Heizplan ist wie ein aufmerksamer Mitbewohner: Er steht morgens vor Ihnen auf und sorgt dafür, dass das Bad schon mollig warm ist, wenn Sie aus dem Bett klettern. Mittags, wenn niemand zu Hause ist, dreht er die Heizung runter. Und nachmittags kommt er eine Stunde vor Ihnen nach Hause und heizt das Wohnzimmer vor. Ohne Heizplan macht Ihre Heizung einfach das, was Sie ihr das letzte Mal gesagt haben – und das ist in vielen Fällen „warm“. Tag und Nacht. Woche für Woche.
Die Zahlen sprechen für sich: Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zeigt, dass intelligente Heizungssteuerungen den Heiz-Energiebedarf um 14 bis 26 Prozent senken können. Bei durchschnittlichen Heizkosten von 1.200 Euro pro Jahr können das 170 bis 310 Euro Ersparnis bedeuten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung – das Zeitprogramm der Heizung richtig einstellen
Wir zeigen Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie den optimalen Heizplan erstellen – für optimalen Komfort und minimale Energiekosten.
Schritt 1: Analysieren Sie Ihren Tagesablauf
Bevor Sie anfangen, Thermostate zu programmieren, brauchen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wann sind Sie wirklich zu Hause? Nicht, wann Sie theoretisch zu Hause sein könnten, sondern wann Sie tatsächlich in Ihrer Wohnung sind und es warm brauchen.
Nehmen Sie sich ein Blatt Papier oder nutzen Sie eine einfache Tabelle auf dem Smartphone. Notieren Sie für eine typische Woche: Wann stehen Sie auf? Wann verlassen Sie das Haus? Wann kommen Sie zurück? Wann gehen Sie schlafen? Unterscheidet sich das Wochenende vom Werktag? Haben Sie Homeoffice-Tage?
Das klingt banal, ist aber der wichtigste Schritt. Viele Menschen überschätzen, wie lange sie tatsächlich zu Hause sind. Und jede Stunde, in der Ihre Heizung unnötig läuft, kostet Sie bares Geld.
Schritt 2: Die richtige Temperatur für jeden Raum ermitteln
Jetzt wird es konkret: Welche Temperatur brauchen Sie wirklich? Die meisten Menschen heizen viel zu warm. Im Wohnzimmer reichen 20 bis 21 Grad völlig aus, im Schlafzimmer sind sogar 16 bis 18 Grad ideal für gesunden Schlaf. Das Bad darf gerne etwas wärmer sein. 22 bis 23 Grad fühlen sich angenehm an, wenn Sie morgens aus der Dusche steigen.
Das Beste daran: Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Heizkosten. Wenn Sie also bisher überall 23 Grad hatten und jetzt auf vernünftige 20 Grad im Wohnzimmer runtergehen, sparen Sie fast 20 Prozent, ohne dass Sie frieren müssen.
Wichtig ist auch die Absenktemperatur, also die Temperatur, wenn Sie nicht zu Hause sind oder schlafen. 16 bis 17 Grad sind hier optimal. Tiefer sollten Sie nicht gehen, sonst kühlen die Wände aus und Sie brauchen ewig, bis es wieder warm wird. Höher muss nicht sein, denn Sie sind ja nicht da.

Schritt 3: Erstellen Sie Ihren persönlichen Heizplan
Jetzt kombinieren Sie Ihren Tagesablauf mit den optimalen Temperaturen. Daraus entsteht Ihr persönlicher Heizplan. Ein typischer Werktag könnte so aussehen:
Morgens um 6 Uhr wird das Bad auf 22 Grad und die Küche auf 21 Grad aufgeheizt. Sie stehen auf, duschen, frühstücken. Um 8 Uhr verlassen Sie das Haus – die Heizung fährt überall auf 17 Grad runter. Gegen 17 Uhr, eine Stunde, bevor Sie nach Hause kommen, startet die Heizung wieder und bringt Wohnzimmer und Küche auf 20 Grad. Um 22 Uhr, wenn Sie ins Bett gehen, senkt sich die Temperatur im Wohnbereich wieder ab. Das Schlafzimmer bleibt sowieso bei kühlen 17 Grad.
Am Wochenende sieht alles anders aus: Sie stehen später auf, sind mehr zu Hause, vielleicht haben Sie Besuch. Kein Problem, denn moderne Thermostate unterscheiden zwischen Werktagen und Wochenende. Sie können sogar einzelne Tage individuell programmieren.
Schritt 4: Smarte Hilfsmittel bestimmen – die Auswahl des passenden Heizkörperthermostats
Man könnte sich nun fragen: Welchen Vorteil bieten smarte Heizkörperthermostate im Vergleich zur direkten Thermostateinstellung des Wärmeerzeugers bzw. der Heizungstherme? Auch hier lassen sich typischerweise Zeiträume festlegen, in denen der Wärmeerzeuger in einer Art „Eco-Betrieb“ läuft und Zeiten, in denen der Wärmeerzeuger auf eine „Komfort“-Temperatur anhebt. Allerdings gilt diese Temperatureinstellung dann für alle Räume des Hauses, sodass z. B. auch Kinderzimmer, die dauerhaft beheizt werden sollen, gemäß des Zeitplans der Heizungstherme nun abgesenkt werden. Mit einzelnen Heizkörperthermostaten in den Räumen kann hingegen in jedem Raum eine ganz individuelle Temperatureinstellung für den Tag erstellt werden.
Für den Einstieg reichen einfache, programmierbare Heizkörperthermostate völlig aus. Homematic IP bietet hierfür Heizkörperthermostate in verschiedenen Varianten an, die wir Ihnen nachfolgend im Beitrag vorstellen. Die Produktauswahl beginnt beim Basismodell, das sich auch direkt am Gerät ganz ohne Zentrale programmieren lässt. Dies kostet etwa 30 Euro pro Stück.
Wenn Sie mehr Komfort wollen, erweitern Sie das Basismodell oder eins der anderen Thermostate von Homematic IP um ein Smart-Home-Gateway, z. B. den Homematic IP Access Point oder die Home Control Unit. Dann programmieren Sie bequem vom Sofa aus und können auch von unterwegs die Heizung steuern.
Für den Start empfiehlt sich ein Set für Ihr Wohnzimmer. Meist sind das zwei bis drei Thermostate, je nachdem, wie viele Heizkörper Sie haben. Die Installation dauert etwa fünf Minuten pro Thermostat: alten Thermostatkopf abschrauben, neuen draufschrauben, fertig. Sie brauchen nicht mal Werkzeug, maximal eine Rohrzange, falls der alte Kopf festsitzt.
Wichtig: Kaufen Sie nicht gleich Thermostate für die ganze Wohnung. Starten Sie mit den Räumen, in denen Sie sich am meisten aufhalten. Testen Sie ein paar Wochen, ob Ihnen die Bedienung gefällt. Dann können Sie immer noch nachrüsten.

Schritt 5: Optimierten Heizplan anlegen am Beispiel der Homematic IP App
Der erste Schritt nach der Installation des smarten Heizkörperthermostats: Öffnen Sie die Homematic IP App, wechseln Sie über das Hauptmenü unten zum Bereich „Mehr“ und tippen Sie unter „Raumklima“ auf „Heizpläne“. Hier können Sie bis zu drei verschiedene Profile pro Raum anlegen – z. B. „Frühdienst“, „Spätdienst“ und „Urlaub“.
Zunächst sehen Sie nur das voreingestellte Standardprofil. Die anderen beiden Profile blenden Sie über „Sichtbarkeit bearbeiten“ ein. Wenn Sie ein Profil antippen, erscheint für jeden Wochentag eine Zeitschiene. Die ist bereits sinnvoll vorkonfiguriert, lässt sich aber komplett an Ihre Bedürfnisse anpassen.
Tippen Sie auf einen Wochentag, sehen Sie die einzelnen Zeitabschnitte und die Basis-Temperatur. Diese Basis-Temperatur gilt immer dann, wenn gerade kein Zeitabschnitt läuft. Mit einem Tipp auf einen Zeitabschnitt ändern Sie Start, Ende und Zieltemperatur. Das Plus-Symbol fügt weitere Abschnitte hinzu.
Ein typischer Werktag könnte so aussehen: Abschnitt 1 läuft von 6:00 bis 8:00 Uhr mit 22 Grad fürs Aufstehen und Frühstücken. Danach fährt die Heizung auf die Basis-Temperatur von 17 Grad runter. Abschnitt 2 startet um 17:00 Uhr mit 20 Grad für den Feierabend und endet um 22:00 Uhr. Nachts gilt dann wieder die Basis-Temperatur.
Besonders praktisch: Heizpläne lassen sich nicht nur von Tag zu Tag kopieren, sondern auch von Thermostat zu Thermostat. Das spart viel Zeit, wenn mehrere Räume ähnlich geheizt werden sollen. Profi-Tipp: Aktivieren Sie unter „Raumklimakonfiguration“ die „Optimum-Start-/Stopp-Funktion“. Dann startet das Thermostat automatisch früher mit dem Heizen, sodass der Raum zum gewünschten Zeitpunkt bereits Ihre Wohlfühltemperatur hat.

Expertentipp: Zeitprogramm in der Praxis optimieren
Der beste Heizplan nützt nichts, wenn er an der Realität vorbeigeht. Planen Sie deshalb von Anfang an eine Testphase ein. Die ersten zwei Wochen werden Sie merken, dass manche Zeiten nicht perfekt passen. Vielleicht startet die Heizung morgens zu spät und das Bad ist noch kalt. Oder abends wird es zu warm, weil die Heizung zu früh hochfährt.
Passen Sie Ihren Heizplan in kleinen Schritten an. Verschieben Sie die Heizzeiten um 15 bis 30 Minuten, probieren Sie verschiedene Temperaturen aus. Die meisten Menschen landen nach ein paar Anpassungen bei einem Heizplan, der perfekt zu ihrem Leben passt. Und dann läuft das System praktisch von allein.
Ein Tipp für Fortgeschrittene: Alle Homematic IP Thermostate haben eine Fenster-offen-Erkennung, die auf einen plötzlichen Temperaturabfall reagiert. Noch präziser wird es mit einem Homematic IP Fenster- und Türkontakt, den Sie direkt mit dem Thermostat koppeln können. Dann schaltet die Heizung sofort beim Öffnen ab und startet automatisch wieder beim Schließen. Das spart zusätzlich Energie.
Fazit – Ihr Einsparpotenzial in Zahlen mit einem richtig eingestellten Heizplan
Rechnen wir mal konkret: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung verbraucht im Winter etwa 1.200 Euro für Heizung und Warmwasser. Mit einem intelligent eingestellten Zeitprogramm Ihrer Heizung und moderner Steuerung sparen Sie realistisch 25 bis 30 Prozent. Das sind bis zu 360 Euro im Jahr.
Die Investition für ein komplettes System mit fünf bis sechs Thermostaten liegt bei etwa 200 bis 300 Euro. Das bedeutet: Nach einem Winter haben Sie das Geld wieder drin. Alle folgenden Jahre sparen Sie komplett.
Das Beste daran: Sie verzichten auf nichts. Ihre Wohnung ist warm, wenn Sie zuhause sind. Sie frieren nicht, Sie schwitzen nicht. Die Heizung macht einfach nur das, was sinnvoll ist.
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