{"id":4069,"date":"2026-02-24T08:49:16","date_gmt":"2026-02-24T07:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.elv.eqxt.de\/?p=4069"},"modified":"2026-04-14T16:32:48","modified_gmt":"2026-04-14T14:32:48","slug":"machine-learning-fuer-maker-ablauf-von-tinyml-projekten-der-crisp-dm-prozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.elv.com\/elvjournal\/machine-learning-fuer-maker-ablauf-von-tinyml-projekten-der-crisp-dm-prozess\/","title":{"rendered":"Machine Learning f\u00fcr Maker &#8211; Ablauf von TinyML Projekten: Der CRISP-DM Prozess"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-gray-light-color has-text-color has-link-color has-h-5-font-size wp-elements-3b9326000c7b9c4ed4953be39afa54a1\"><strong>Machine Learning f\u00fcr Maker<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Ablauf von TinyML-Projekten: der CRISP-DM-Prozess<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>AutoML-Anbieter wie Edge Impulse oder Neuton AI erleichtern das Arbeiten mit Tiny Machine Learning, indem sie Pipelines zur Verf\u00fcgung stellen, die durch die Entwicklung leiten. Auch wenn AutoML-Tools wie Edge Impulse eigene Workflows haben, lassen sich viele ihrer Schritte grob in den CRISP-DM-Prozess einordnen. Dieser kann als Orientierung f\u00fcr die Einarbeitung in neue Tools dienen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist CRISP-DM?<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Beitrag <a href=\"https:\/\/de.elv.com\/elvjournal\/tinyml-tools-fuer-maker\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TinyML-Tools f\u00fcr Maker<\/a> sind wir bereits auf die unterschiedlichen Tools eingegangen, die f\u00fcr TinyML-Projekte verwendet werden k\u00f6nnen. Besonders interessant d\u00fcrften f\u00fcr viele die AutoML-Tools sein, die fast den gesamten Entwicklungsprozess vom Sammeln der Daten bis hin zur Erstellung ganzer Firmwares unterst\u00fctzen. Weil h\u00e4ufig nur wenig oder gar nicht programmiert werden muss, ist der Einstieg leicht und erste Ergebnisse lassen sich schnell erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei funktionieren die Anwendungen nach einem \u00e4hnlichen Prinzip: Nachdem die Zielhardware festgelegt wurde, werden die Daten aufgenommen oder hochgeladen, sie werden analysiert und es findet in irgendeiner Form eine Aufbereitung der Messwerte beziehungsweise des Signals statt. Daran angeschlossen werden unterschiedliche Modelle gebildet und ausgewertet. Bei AutoML-Tools wird dies zu gro\u00dfen Teilen automatisiert. F\u00fcr TinyML ist der letzte Schritt der Export in eine optimierte Bibliothek oder sogar als fertige Firmware.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau dieser Ablauf wird im CRISP-DM-Prozess genauer beschrieben. CRISP-DM steht f\u00fcr <strong>Cross Industry Standard Process for Data Mining<\/strong> (branchen\u00fcbergreifender Standardprozess f\u00fcr Data-Mining oder Data-Science-Projekte) und ist ein iterativer Prozess, der aus sechs Phasen besteht. Diese sind:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Business Understanding<\/strong> (Gesch\u00e4ftsverst\u00e4ndnis)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Data Understanding<\/strong> (Datenverst\u00e4ndnis)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Data Preparation<\/strong> (Datenvorbereitung)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Modeling <\/strong>(Modellbildung)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Evaluation<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Deployment <\/strong>(Bereitstellung)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<div style=\"height:21px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"521\" height=\"461\" src=\"https:\/\/elvjournal.elv.com\/wp-content\/uploads\/BADiagramme-CRISPDM.drawio.png\" alt=\"Phasen und Unterphasen des iterativen CRISP-DM Prozesses\" class=\"wp-image-4095\" style=\"width:666px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/elvjournal.elv.com\/wp-content\/uploads\/BADiagramme-CRISPDM.drawio.png 521w, https:\/\/elvjournal.elv.com\/wp-content\/uploads\/BADiagramme-CRISPDM.drawio-300x265.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 521px) 100vw, 521px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 1: Phasen und Teilphasen des branchen\u00fcbergreifenden, iterativen CRISP-DM Prozesses<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie in <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-blue-color\">Bild 1<\/mark> schon erkennbar ist, handelt es sich hierbei nicht um einen Prozess, dessen Phasen strikt nacheinander abgeschritten werden. Vielmehr ist es ein iterativer Prozess, bei dem R\u00fcckschritte gemacht werden, um das Ergebnis anzupassen, nachzubessern oder robuster zu machen. Die einzelnen Phasen und Teilphasen werden in den folgenden Abschnitten genauer in Bezug auf die Anwendung im Bereich TinyML erl\u00e4utert. Die Phasen zwei bis f\u00fcnf lassen sich fast vollst\u00e4ndig mit den meisten AutoML-Tools durchf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Problem verstehen: Business Understanding<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Industrie werden in der ersten Phase Absprachen zwischen der auftraggebenden und der ausf\u00fchrenden Seite getroffen. Dabei wird das Vorgehen geplant und die Erfolgskriterien werden festgelegt. Auch wenn Sie bei privaten Projekten beide Rollen einnehmen werden, kann es sinnvoll sein, sich klarzumachen, welche Ziele Sie erreichen m\u00f6chten, um so sp\u00e4tere Ergebnisse damit vergleichen zu k\u00f6nnen. Diese Phase wird nur teilweise von AutoML-Tools abgebildet. Bei den meisten Anwendungen k\u00f6nnen ein Controller sowie Sensoren angegeben werden, die verwendet werden sollen. Im weiteren Verlauf werden diese Angaben zum Beispiel daf\u00fcr genutzt, dass nur nach Modellen gesucht wird, die auch auf der Zielhardware umsetzbar sind. Au\u00dferdem muss zu Beginn h\u00e4ufig schon angegeben werden, ob das Ziel eine Klassifikation, Regression oder Anomalieerkennung ist. Sie sollten sich zu Beginn zum Beispiel folgende Fragen stellen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Was m\u00f6chte ich erreichen? M\u00f6chte ich nur ausprobieren, ob meine Idee funktionieren k\u00f6nnte, oder m\u00f6chte ich mein Ergebnis am Ende auch z. B. im Smart Home einsetzen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Hardware m\u00f6chte ich nutzen? Gibt es vielleicht noch andere Sensoren, die ich testen k\u00f6nnte? <\/li>\n\n\n\n<li>Welches System liegt vor oder welche Annahmen kann ich dar\u00fcber treffen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verst\u00e4ndnis zeigen: Data Understanding<\/h2>\n\n\n\n<p>Entscheidend f\u00fcr den Erfolg eines Projekts sind die Daten. Sie m\u00fcssen auf sinnvolle Weise aufgenommen werden, denn: Garbage In, Garbage Out. Das bedeutet, wenn schlechte Daten verwendet werden, wird auch das sp\u00e4tere Modell nicht gut sein. Daher sollten Sie sich einen \u00dcberblick \u00fcber die aufgenommenen Daten verschaffen. AutoML-Tools unterst\u00fctzen Sie dabei: Sie helfen bei der Erstellung von Datenloggern oder beim Hochladen bereits aufgenommener Daten und bringen diese sofort in das f\u00fcr den Workflow richtige Format. Die Daten werden visualisiert und statistisch ausgewertet. Dabei sollten Sie ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Beschaffenheit der Daten erhalten und auf Auff\u00e4lligkeiten wie Rauschen oder Muster achten.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche Daten liegen bereits vor? Sind sie vollst\u00e4ndig oder fehlen wichtige Messwerte?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie sehen typische Messverl\u00e4ufe aus? Gibt es Ausrei\u00dfer oder Rauschen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Zusammenh\u00e4nge lassen sich erkennen? Gibt es Muster oder Trends?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie h\u00e4ufig und in welcher Form werden die Daten erfasst (z.\u202fB. kontinuierlich, in Intervallen)?<\/li>\n\n\n\n<li>Messe ich mit einer sinnvollen Abtastrate?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorbereitung ist alles: Data Preparation<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem Schritt werden die Daten f\u00fcr die anschlie\u00dfende Modellbildung vorbereitet. Das bedeutet, dass hier Signalverarbeitung, Skalierung und das sogenannte Feature-Engineering stattfinden. Das Ziel ist, m\u00f6glichst aussagekr\u00e4ftige Eigenschaften zu finden, die relevant f\u00fcr die Entscheidung sind. Das Besondere bei TinyML ist, dass bei dieser Vorbereitung der Daten auch die Leistungsf\u00e4higkeit des sp\u00e4ter eingesetzten Controllers beachtet werden muss. So k\u00f6nnen die auftretenden Frequenzen sehr viel \u00fcber das System verraten, gleichzeitig ist eine FFT (Fast Fourier Transformation) ein aufwendiger Schritt, der die Leistungsf\u00e4higkeit von Mikrocontrollern \u00fcbersteigen kann. AutoML-Tools bieten hier meist vorgefertigte Bl\u00f6cke an, die beim Feature-Engineering unterst\u00fctzen und eine Einsch\u00e4tzung geben k\u00f6nnen, ob der Mikrocontroller diese Signalverarbeitung leisten kann. Auch wenn es verlockend wirkt, schnell zum Modeling \u00fcberzugehen, lohnt es sich, gen\u00fcgend Zeit in die Untersuchung und Vorbereitung der Daten zu investieren. Dadurch k\u00f6nnen Probleme mit den Daten fr\u00fchzeitig erkannt und behoben werden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>M\u00fcssen die Daten gefiltert, normalisiert oder skaliert werden, um Rauschen oder Ausrei\u00dfer zu eliminieren?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Features sind relevant f\u00fcr mein Ziel? Kann ich unwichtige Merkmale entfernen?<\/li>\n\n\n\n<li>Schafft der Mikrocontroller die Datenvorverarbeitung in der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit mit dem verf\u00fcgbaren Speicher?<\/li>\n\n\n\n<li>Ben\u00f6tige ich maschinelles Lernen oder kann ich mit klassischer Signalverarbeitung genauso gute Ergebnisse erzielen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus Daten wird Wissen: Modeling<\/h2>\n\n\n\n<p>Jetzt beginnt die eigentliche Modellbildung. AutoML-Tools \u00fcbernehmen diesen Schritt meist vollst\u00e4ndig: Sie testen verschiedene Modellarchitekturen (z.\u202fB. neuronale Netze und Entscheidungsb\u00e4ume) und bewerten deren Leistung anhand definierter Metriken wie der Genauigkeit, dem F1-Score oder dem Speicherverbrauch. Besonders bei TinyML ist die Auswahl eines Modells, das auf der Zielhardware lauff\u00e4hig ist, entscheidend.&nbsp;Teilweise k\u00f6nnen aber auch konkrete Modellarchitekturen vorgeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-gray-lightest-100-background-color has-background\"><strong>Info: <\/strong>Anhand von Bewertungs- und Validierungsmetriken k\u00f6nnen Aussagen zur Modellqualit\u00e4t getroffen und potenzielle Probleme identifiziert werden. Da es sich um wichtige Kennzahlen handelt, werden wir bei Beispielprojekten gesondert darauf eingehen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kann ich die Modellarchitektur beeinflussen oder wird sie vollst\u00e4ndig automatisch gew\u00e4hlt?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es eine M\u00f6glichkeit, die Modellkomplexit\u00e4t zu reduzieren?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Metriken verwendet das Tool zur Bewertung der Modelle? Kann ich eigene Kriterien festlegen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wird das Modell auf Basis meiner Daten neu trainiert oder nutzt das Tool vortrainierte Modelle?<\/li>\n\n\n\n<li>Kann ich mehrere Modelle vergleichen und das passendste ausw\u00e4hlen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Qualit\u00e4t pr\u00fcfen: Evaluation<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Bewertung des Modells erfolgt anhand von Testdaten oder Validierungsmetriken. AutoML-Tools zeigen oft direkt an, wie gut das Modell performt, zum Beispiel indem es Konfusionsmatrizen, ROC-Kurven oder einfache Erfolgsquoten aufzeigt. In dieser Phase wird entschieden, ob das Modell ausreichend gut ist oder ob weitere Anpassungen n\u00f6tig sind. Auch hier k\u00f6nnen Sie iterativ zur\u00fcckgehen, z.\u202fB. zur Datenvorbereitung oder zur Auswahl anderer Modelltypen. Die Evaluation ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass das Modell nicht nur auf Trainingsdaten gut funktioniert, sondern auch auf neuen, unbekannten Daten. Hier wird bei den AutoML-Tools auch teilweise die M\u00f6glichkeit des Live-Testens gegeben. Sie k\u00f6nnen Ihren Datenlogger h\u00e4ufig nutzen, um zum Beispiel per USB neue Daten zu streamen, die gem\u00e4\u00df der festgelegten Signalverarbeitung und dem Modell auf Ihrem PC so verarbeitet werden, als w\u00e4re die Datenverarbeitungskette bereits auf Ihrer Zielhardware umgesetzt. Das gibt Ihnen die M\u00f6glichkeit, die Funktionalit\u00e4t sofort zu testen und gegebenenfalls anzupassen, ohne dass Sie bereits Zeit in die Umsetzung auf dem Mikrocontroller investieren m\u00fcssen. Erreicht das beste Modell nicht die zuvor gesetzten Anforderungen, sollten Sie einen oder mehrere Schritte zur\u00fcckgehen. M\u00f6glicherweise ist es auch n\u00f6tig, neue Daten aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie gro\u00df ist das Modell und passt es in den verf\u00fcgbaren Speicher meines Mikrocontrollers?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie lange dauert die Inferenzzeit auf der Zielhardware? Ist sie f\u00fcr mein Projekt ausreichend schnell?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie gut funktioniert das Modell auf neuen, unbekannten Daten?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Metriken sind f\u00fcr mein Projekt relevant (z.\u202fB. Genauigkeit, F1-Score, Fehlerrate)?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es bestimmte Szenarien, in denen das Modell versagt? Kann ich diese nachtrainieren?<\/li>\n\n\n\n<li>Ist das Modell robust genug f\u00fcr den sp\u00e4teren Einsatz?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Export f\u00fcr die Anwendung: Deployment<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn die Ergebnisse aus der Evaluation den Anspr\u00fcchen gerecht werden, werden die Signalverarbeitung und das Modell auf den Mikrocontroller \u00fcbertragen. Die meisten AutoML-Tools bieten hierf\u00fcr den Export von Bibliotheken (C\/C++ oder vorkompilierte) an. Teilweise kann aber auch schon fertige Firmware exportiert werden. Um Speicherplatz und Verarbeitungszeit zu sparen, kann an dieser Stelle h\u00e4ufig auch eine Quantisierung gew\u00e4hlt werden. Dabei werden die Modellparameter von Float- in Integerwerte \u00fcbertragen. Dabei kann es zu einer Verschlechterung der Genauigkeit kommen. Wird keine fertige Firmware erstellt, m\u00fcssen die exportierten Bibliotheken selbst in einer Firmware eingebettet werden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In welchem Format kann ich das Modell exportieren (z. B. C-Array, Bibliothek, Firmware)?<\/li>\n\n\n\n<li>Wird das Modell direkt auf meine Zielhardware zugeschnitten?<\/li>\n\n\n\n<li>Muss ich das Modell noch selbst in meine Anwendung integrieren oder \u00fcbernimmt das Tool das vollst\u00e4ndig?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Optimierungen kann ich beim Export aktivieren?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie viel Speicherplatz ben\u00f6tigt das Modell nach dem Export? Passt es mit den anderen Firmwareanteilen auf meinen Mikrocontroller?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Besonderheiten bei TinyML<\/h2>\n\n\n\n<p>Die AutoML-Tools Edge Impulse, Neuton AI und Nano Edge AI nutzen, wie eingangs erw\u00e4hnt, eigene Workflows, die CRISP-DM nicht direkt abbilden. In den vorherigen Abschnitten wurde immer wieder auf die Besonderheiten bei TinyML-Projekten eingegangen. Ein zentraler Unterschied zwischen den TinyML-Workflows und dem CRISP-DM-Modell ist der Fokus der TinyML-Workflows auf die eingesetzte Hardware. In fast jeder Phase wird R\u00fcckbezug darauf genommen, da die starke Beschr\u00e4nkung von Rechenleistung und Speicher besonders effiziente Signalverarbeitung und Modelle fordert. Durch die fast vollst\u00e4ndige Automatisierung der Datenverarbeitung und Modellbildung ist es m\u00f6glich und vorgesehen, viele Iterationen der vorgestellten Phasen durchzuf\u00fchren, bis ein finales Modell exportiert werden kann. Bei CRISP-DM hingegen liegt der Fokus eher weniger auf der eingesetzten Hardware als auf der systematischen Analyse und dem Verst\u00e4ndnis der Daten im Kontext eines Gesch\u00e4ftsproblems. Die einzelnen Phasen sind bewusst offen gehalten, um sie flexibel auf verschiedene Branchen und Problemstellungen anwenden zu k\u00f6nnen. W\u00e4hrend TinyML-Workflows stark auf technische Machbarkeit und Ressourcennutzung ausgerichtet sind, zielt CRISP-DM auf eine strukturierte, dokumentierte Vorgehensweise, bei der die Nachvollziehbarkeit und das methodische Vorgehen im Vordergrund stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Unterschiede kann das CRISP-DM-Modell Ihren Projekten eine Struktur geben und verschiedene AutoML-Tools miteinander vergleichbar machen. Ein inhaltlicher Vergleich der verschiedenen Tools ist in diesem <a href=\"https:\/\/de.elv.com\/elvjournal\/tinyml-tools-fuer-maker\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Beitrag <\/a>zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklung von intelligenten Sensoren folgt meist einem Muster, dem CRISP-DM Prozess. 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